Solidarität: Lokal einkaufen in Zeiten von Corona – Kreisfraktion fordert, mehr Wertschätzung für Arbeit in der Landwirtschaft

Gerade in Krisenzeiten ist gegenseitige Hilfe wichtig. Das bedeutet, vor allem für Nachbarn, Angehörige und Hilfsbedürftige da zu sein. Denn viele Menschen, die besonders gefährdet sind, wollen oder können zurzeit nicht selbst einkaufen. Solidarität ist daher das Gebot der Stunde und wird in vielen Orten im Kreis Paderborn auch bereits gelebt. Messdiener, Musiker, Sportler, Nachbarn kümmern sich um ihre Mitmenschen, bieten Hilfe an und machen Besorgungen. „Das läuft in vielen Orten ganz vorbildlich,“ so Kerstin Haarmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag aus Schloß Neuhaus.

Solidarität bedeutet aber auch, das Angebot kleiner und mittelständischer Unternehmen vor Ort zu nutzen. Denn während der Online-Handel blüht, leiden heimische Unternehmen unter den wirtschaftlichen Folgen besonders stark. Sie haben meistens keine Finanzreserven und geraten schnell in existentielle Not, wenn der Umsatz fehlt. Daher appellieren wir an alle Menschen im Kreis Paderborn: möglichst nicht bei großen Onlinehändlern bestellen, sondern in Geschäften vor Ort. Das gilt insbesondere bei Lebensmittellieferungen. Zahlreiche lokale Händler bieten inzwischen auch Lieferdienste an und bringen Produkte aus der Region direkt bis an die Haustür. „Digitale Plattformen wie www.hasentaler.de (Paderborn) oder www.regional-genial.com (Salzkotten) bieten einen guten Überblick“ so Carsten Birkelbach, sachkundiger Bürger im Kreis-Wirtschaftsausschuss für die Grünen und grüner Kreisvorsitzender aus Salzkotten.

Wir alle haben es in der Hand, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, lokale Angebote zu nutzen und kleinen wie auch mittelständischen Unternehmen dabei zu helfen, diese schwierige Zeit zu überstehen. Damit stärken wir regionale  Wirtschaftskreisläufe und schützen auch die Umwelt, so die Grünen

Unsicherheit besteht bei Handwerkern und Kunden, welche Arbeiten noch ausgeführt werden können und dürfen. Tätigkeiten, bei denen ein Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, sind seit einigen Tagen untersagt. Das betrifft z.B. Friseure, Kosmetiksalons und Fußpflege. „Bitte stornieren sie aber nicht voreilig und unnötig ihre Aufträge an heimische Handwerker und Dienstleister, die unter Einhaltung des Mindestabstands trotz Corona durchgeführt werden können wie z.B. Dachdecker- und Fassadenarbeiten sowie Maler- und Elektrikerarbeiten in geschlossenen Räumen“ fordern die Grünen. „Die Betriebe freuen sich über jeden Auftrag, den sie noch ausführen können und sind auf diese Einnahmen dringend angewiesen!“ so Kerstin Haarmann.  

Wichtig ist, dass bei allen Arbeiten – insbesondere auch in Gebäuden und Räumen – ein Mindestabstand von 1,5 m eingehalten wird, um eine Übertragung von Viren über die Atemluft auszuschließen. Weitere wichtige Regeln: Handwerker nicht per Handschlag begrüßen und zwischendurch immer wieder mal die Hände waschen.  Am besten ist es, mit dem Betrieben zu besprechen, ob bzw. wie geplante Arbeiten ausgeführt werden können. 

Die Grünen begrüßen außerdem die vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband angesichts des Ausfalls von Saisonarbeitskräften aus Osteuropa eingerichtete Plattform zur Suche von dringend benötigten Erntehelfern. „Wir hoffen, dass sich neben Schülern und Studenten viele Menschen dort melden, die angesichts der Corona Krise ihre Arbeit verloren haben, kommentiert Jürgen Wrona, Sachkundiger Bürger im Kreis-Wirtschaftsausschuss aus Delbrück.  „So kann die Arbeit in der Landwirtschaft ein erster Schritt aus der Krise sein für viele und genießt zukünftig hoffentlich wieder die Wertschätzung, die ihr zusteht.“

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