Bessere Arbeitsbedingungen und armutsfeste Löhne sind systemrelevant –  GewerkschaftsGRÜN zum 1. Mai

Dieses Jahr verlagern sich die Kundgebungen zum Ersten Mai zwangsweise in die digitalen Netzwerke. Auch die Gewerkschaftler bei den Grünen klinken sich in die DGB-Aktivitäten ein. „Solidarisch ist man nicht allein. Wer wirklich systemrelevant für die Rettung von Menschen und das grundlegende Funktionieren der Gesellschaft ist, wird jetzt vielen bewusst“, erklärt Markus Rieger, Sprecher von GewerkschaftsGRÜN in Paderborn. In der Krise sei es entscheidend, neben dem notwendigen Gesundheitsschutz für bessere Arbeitsbedingungen und armutsfeste Löhne zu streiten, um den sozialen Zusammenhalt zu sichern. „Denn die Krise trifft uns alle, aber sie trifft uns nicht alle gleich hart. Umso wichtiger sind starke Gewerkschaften und eine gerechte Politik“, akzentuiert Rieger.

Besonders freuen sich die GewerkschaftsGrünen auf das hochkarätig besetztes Webinar am Vorabend des 1.Mai . Statt „Raus zum 1. Mai“ heißt in diesem Jahr „Rein ins grüne Webinar!“ Mit DGB Chef Reiner Hoffmann, Manuela Conte, der Vorsitzenden der DGB-Jugend, Ricarda Lang, stellvertretende Bundesvorsitzende, Michael Kellner, Politischer Geschäftsführer, und Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin von Gewerkschaftsgrün und Sprecherin für Arbeinehmerinnenrechte der Grünen Bundestagsfraktion.

Eine spürbare Wertschätzung sozialer und kultureller Arbeit sowie der öffentlichen Daseinsvorsorge müsse eine der Lehren der Corona-Krise sein. Die uneingeschränkte Ausdehnung der zulässigen Arbeitszeit auf zwölf Stunden sei extrem belastend und darüber hinaus alles andere als wertschätzend. „Eine höhere Arbeitsbelastung für diejenigen, die schon jetzt in den Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Supermärkten alles geben, ist unverantwortlich“, kritisiert Ralf Pirsig. Das grüne Ratsmitglied ist im Betriebsrat aktiv.

Trotz der immensen staatlichen Hilfsprogramme bangten Millionen von Arbeitnehmer*innen um Arbeit und Einkommen. Zwar sei es Gewerkschaften vielfach gelungen, über tarifliche Regelungen eine Aufstockung des Kurzarbeitsgeldes zu erreichen. „Das gilt aber eben nur für Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen. In Branchen mit niedrigen Löhnen, wie Gastronomie oder Gebäudereinigung ist das oft nicht der Fall oder die Arbeitgeber verweigern tarifliche und betriebliche Lösungen. Und was ist mit denjenigen, die jetzt entlassen werden oder die keinen Arbeitsplatz haben“, fragt Markus Müller, der als Betriebsratsvorsitzender und Ratsmitglied aktiv ist.  

Für viele tausend Beschäftigte, die nicht unter dem Schutz von aufstockenden Tarifverträgen stehen, reicht das Kurzarbeitsgeld nicht für Miete und den Lebensunterhalt. Jahrelang hat die Politik dem Wuchern des Niedriglohnsektors tatenlos zugesehen. Deshalb ist die Anhebung des Mindestlohns auf 12€ aktueller denn je, fordert GewerkschaftsGRÜN Paderborn. Der Berliner Senat habe Anfang April, inmitten der Corona-Krise, den Vergabemindestlohn und den Landesmindestlohn auf 12,50€ erhöht. Ein gutes Signal zum 1.Mai!

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