Grüne unterstützen Bürgerantrag zu provisorischen Fahrradspuren 

Die Grünen unterstützen den Bürgerantrag zu provisorischen Radspuren, der am kommenden Donnerstag im Bauausschuss diskutiert wird. Da durch die Corona-Folgen der Kfz-Verkehr abgenommen habe, gebe es nun ein einmaliges Zeitfenster, um neue Lösungen für den Radverkehr zu erproben. 

Konkret soll die Verwaltung nach dem Bürgerantrag prüfen, wie sich auf der Detmolder Straße, der Neuhäuser Straße und der Bahnhofstraße provisorische Radspuren anlegen lassen. Die Initiatoren verweisen dazu auf entsprechende Beispiele in Düsseldorf, Berlin und Wiesbaden, wo der Rückgang des Kfz-Verkehrs während der Corona-Krise genutzt wurde, um neue Wege in der Radverkehrsführung auszuprobieren. 

„Es ist schade, dass die Verwaltung nicht einmal prüfen will, welche Möglichkeiten sich hier für Paderborn ergeben. Aus meiner Sicht wird hier eine Chance vertan.“, kritisiert der grüne Bürgermeisterkandidat und Fraktionssprecher Klaus Schröder die Position der Bauverwaltung in der Angelegenheit: „So gut, dass man über Verbesserungen gar nicht mehr nachdenken müsste, ist der Radverkehr in Paderborn noch lange nicht gelöst.“ 

Stefan Schwan weist auf die Problemlage an der Bahnhofstraße hin, wo es nach Angaben der Initiative in den letzten Jahren mindestens fünf polizeilich erfasste Unfälle durch öffnende Autotüren gegeben habe. „Der vorhandene schmale Schutzstreifen dort ist erst wenige Jahre alt. Trotzdem muss man doch einsehen, dass er so nicht funktioniert.“ Eine Pop-Up Bikelane bietet nach seiner Einschätzung die Möglichkeit zu einer zügigen und kostengünstigen Erprobung von Alternativen. Ähnlich sehe es an der Detmolder und der Neuhäuser Straße aus, wo die Radverkehrsanlagen in schlechten Zustand, bzw. gar nicht vorhanden seien. 

Für eine solche Erprobung habe die Verwaltung in ihrer Stellungnahme nicht nachvollziehbare Hürden aufgebaut. Der Verweis auf umfangreiche Abstimmungsverfahren, Konzeptionen und Planungsprozesse werde dem provisorischen Charakter der angeregten Maßnahmen nicht gerecht. Schwan: „Wir haben bei Corona an vielen Stellen erlebt, dass Bürokratie auch mal in den Hintergrund treten kann. Schade, dass man hier nicht dazu bereit ist.“

Am 23. Mai hatte Greenpeace zusammen mit anderen Rad-Initiativen auf der Neuhäuser Str. (Foto) öffentlich für Pop-Up Bike Lanes in Paderborn geworben.

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