Norika Creuzmann: „Der Flughafen kostet das Geld aller Kommunen im Kreis“

Mit Empörung reagiert die grüne Landratskandidatin Norika Creuzmann auf die Pressemitteilung der Kreisverwaltung, in der die erhoffte Sanierung des Flughafens Paderborn-Lippstadt in Aussicht gestellt wird. „In der Sitzung, die Landrat Müller anspricht, haben wir einstimmig beschlossen, dass Gelder aus den schon vor langer Zeit beschlossenen Mittel für die Infrastruktur zur Verlustabdeckung umgewidmet werden“, stellt das Kreistagsmitglied klar. Also Mittel, die der Kreis dem Flughafen bereits zur Verfügung gestellt hat. Darum „ist die Darstellung falsch, dass 2,7 Millionen Euro zusätzlich hineingesteckt wurden“, betont sie.

Immer weiter erhebliche kommunale Gelder in den Flughafen fließen zu lassen, habe keine Zukunft. Sie erinnert daran, dass der Kreis sich über die Umlage aller Kommunen finanziert, also jede Stadt und Gemeinde im Kreis dafür mit einem riesigen Kraftakt bluten muss.

Wenn Urlauber, Geschäftsreisende oder Firmen glauben, sie würden ohne einen Flughafen vor der eigenen Haustür nicht auskommen, müsse eben eine entsprechende Flughafengebühr auf jedes Ticket geschlagen werden. Nach dem vorgestellten Finanzierungsmodell müssten jeden Tag über 800 Menschen in Ahden abfliegen, um die Kosten decken zu können. „Ich trage die Reanimation des Flughafens gerne mit. Aber nur unter der Voraussetzung, dass nicht ein Cent aus kommunalen Töpfen hineinfließt. Bei einer so die 54-Jährige. „Denn auch eine ‚Restrukturierung‘ bedarf dann weiterhin Mio.-Beträgen der Trägerkommunen, die Anteilseigner sind“.

Scharf geht sie mit dem Vorschlag ins Gericht, dass sich jetzt der Flughafen „von einem erheblichen Teil seiner Mitarbeitenden trennen muss“, wie es in der Mitteilung des Kreises heißt. Ausgerechnet hier den Rotstift anzusetzen, hält sie für den falschen Weg. „Mehr fällt der Verwaltung nicht ein? Schon vor Jahren hat man es versäumt, eine sozialverträgliche Verkleinerung der Belegschaft in die Wege zu leiten. Dieses gelingt im Übrigen nur, wenn von Anfang an der Betriebsrat und die Gewerkschaften maßgeblich einbezogen werden“, so die Landratskandidatin der Grünen, Norika Creuzmann.

 

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