„Gemeinsam sind wir stark – Hass und Hetze haben auf Lieth und Kaukenberg keinen Platz“

Straßenmalereien auf dem Liethmarkt, Glockengeläut, ein ökumenisches Friedensgebet und eine kunterbunte Versammlung auf der Liethwiese mit eindrucksvollen Redebeiträgen dokumentierten: Die Lieth ist nicht braun-blau, sondern solidarisch bunt. Ulli Möhl, grüner Direktkandidat auf der Lieth, hatte die kreativen Aktionen gegen die AfD-Abschlussdemo mitinitiiert. Hier sein Redemanuskript. 

„Gemeinsam sind wir stark . Jetzt stehen wir schon wieder zusammen, nachdem wir erst vor zwei Wochen in der Stadt auf die Straße gegangen sind weil die Paderborner AfD ihrer Trixi eine Bühne gegeben hat. Einer Frau, die allen Ernstes gefordert hat, dass an den europäischen Grenzen auf Flüchtlinge geschossen werden soll. 

Jetzt will sich das Monster AfD hier breit machen. Aber anders als das Monster, was wir früher unter dem Bett vermutet haben, ist dieses Monster real! Die AfD kommt hier hin, in unser, in meinen schönen Stadtteil und will Ängste schüren, Verunsicherung und Hass sähen.

Der Bürgermeisterkandidat der AfD Marvin Weber fällt in den sozialen Netzwerken immer wieder dadurch auf, dass er Parteien und Personen diffamiert, unsere Demokratie als Herrschaft des Unrechts beschimpft und das Grundgesetz, sogar die Erklärung der Menschenrechte lächerlich macht.

Aber das wissen wir alle. Wir wollen das nicht hinnehmen. Ich will das nicht hinnehmen. Und deshalb stehe ich mit Euch hier und erhebe meine Stimme.

Als ich erfahren habe, dass die AfD hier ihre Abschlusskundgebung macht habe ich sofort auf allen Kanälen mobilisiert. Über WhatsApp, Instagramm und Facebook habe ich unter dem Motto: Die Lieth ist but dazu aufgerufen sich zu mobilisieren. Eine der ersten Rückmeldungen kam von einem ehemaligen Schulkammeraden meines Sohnes. “Aber blau ist doch auch eine  Farbe” schrieb er. Ich habe das für einen dummen Spruch gehalten und nur zurück geschrieben, dass ich das in diesem Zusammenhang eher als einen Zustand sehe. Voller Entsetzen musste ich dann aber lesen, dass er Mitglied bei der Jungen Alternative sei und dass er überzeugt von der AfD sei. Dieses Bekenntnis hat mich echt getroffen. Ein junger Mann aus gut situiertem Haus bekennt sich zu einer Organisation, die vom Verfasungsschutz beobachtet wird. Was ist da schief gelaufen? Warum gehört er zu denen, die damit hausieren gehen die christliche Kultur hochzuhalten, deren Werte aber mit Füßen treten? So nah ist die AfD schon gekommen…

Ich bin vor mehr als 20 Jahren nach Paderborn gekommen und habe als Student zunächst auf dem Kaukenberg gelebt und bin dann mit meiner Familie über den Goldgrund auf die Lieth gezogen. Ich bin von Anfang an mit meiner Familie aktiv in der kath. und evangelischen Gemeinde, unterstütze die Quartiersarbeit und kann mit vollster Überzeugung sagen: Ich und wir leben gerne hier.

Damals vor 20 Jahren, haben mir viele Stimmen gesagt: Wie kannst du nur auf den Kaukenberg ziehen? Wie kannst du nur auf die Lieth gehen? Aber wir sind hier viel besser als unser Ruf! Es liegt an den Menschen. Die Vielzahl der Menschen lehnt die AfD ab. Auf der Lieth herrscht ein großer Zusammenhalt und eine große Solidarität untereinander!

  • Da gibt es zum Beispiel einen – nicht einen sondern DEN – Fußballtrainer in unserer DJK. Er trainiert seit über 20 Jahren Kinder jeder Nationalität und bringt sie zusammen. 
  • Da sind die Franziskanernonnen auf dem Kaukenberg. Die allen Menschen ungeachtet ihrer Religion Hilfe anbieten, die Lange Zeit die Tafel unterstützt haben und ganz unkomplizierte Hilfe anbieten, wo immer der Schuh drückt.
  • Da ist die Quartiersarbeit. Wo sich Einzelpersonen, Verbände, Vereine, Kirchen und städtische Institutionen gemeinsam an einen Tisch setzten und unser Quartier für alle Menschen weiterentwickeln.
  • Da ist auch die LWL Klinik. Die mit Ihrem Teilhabezentrum trotz vieler eigener Schwierigkeiten versuchen ein Nachbarschaftskaffee ins Leben zu rufen und somit einen neuen Treffpunkt schaffen.

Und ohne, dass die Liste damit beendet wäre sind da unsere Kirchen mit Ihren Kindergärten. Sie setzen sich zB. mit Diakonie, dem Jugendtreff Regenbogen direkt vor Ort dafür ein, dass alle Menschen hier zueinander finden. Ich muss hoffentlich nicht erst erwähnen, dass Religion, Ethnie, Hautfarbe oder sonst irgendetwas hier keine Bedeutung haben.

Zusammengefasst: Ich bin total gerne hier und ich will und kann es nicht zulassen, dass die AfD mit Ihren Hetzern sich hier breit macht und das zerstört.

Und ja, natürlich gibt es hier auch Dinge die nicht so gut laufen. Auch hier gibt es Menschen, die sich abgehängt fühlen und offenbar die Lösung in der Partei eines Marvin Weber suchen. Daraus erwächst für mich und für uns Bewohner auf Lieth und Kaukenberg, aber auch für alle Menschen in der Stadt ein Auftrag.

Steht ein füreinander, zeigt, was es heißt solidarisch und in Verantwortung füreinander zu leben. Steht auf und erhebt Eure Stimme gegen programmlose rechte Hetze. Achtet auf Eure Mitmenschen und macht deutlich, dass es bessere Alternativen als die Alternative für Deutschland gibt.

Viel Parteien sind hier wieder vertreten und erheben ihre Stimme. Alle Parteien wurden angefragt, hier zu sprechen. Wie immer fehlen die Sprecher der CDU und der FDP. Das ist sehr schade und nicht hinnehmbar.

Leute: Geht am Sonntag wählen! Nehmt Eure Freunde mit. Nehmt alle die mit, die der Meinung sind: wählen bringt eh nichts. Es kommt auf jeden einzelnen an. Verleiht Eurer Stimme gegen Rechts das Gewicht, dass es verdient. Zeigt der AfD, dass sie hier nichts zu husten hat!

DANKE“

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