Grüne: Paderborn soll endlich ‚Sicherer Hafen‘ werden – Moria-Mahnwache vor dem Rathaus

Am Mittwochabend fanden sich spontan circa 60 Menschen zu einer Mahnwache für die Opfer im brennenden Flüchtlingslager Moria auf dem Paderborner Rathausplatz zusammen, unter ihnen auch viele Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen.

„13.000 Menschen in dem brennenden Lager sind in Gefahr. Viele Menschen sind darüber entsetzt. Aber was mich richtig wütend macht, ist die Tatsache, dass wir hier in Paderborn die Chance gehabt hätten, zu helfen,“ empört sich die grüne Ratsfrau Sabine Kramm. Die Lager in Griechenland sind schon lange völlig überfüllt und die hygienischen Zustände unhaltbar. Darum hatten die Grünen bereits im Mai diesen Jahres die Einrichtung von 50 zusätzlichen Plätzen für Geflüchtete in Paderborn beantragt. Damit hätte sich Paderborn unter mittlerweile 174 deutschen Kommunen eingereiht, die sich als „Sicherer Hafen“ bekennen. Der Integrationsrat hat dann im Juni das Thema aufgrund seiner Wichtigkeit nochmals auf die Tagesordnung gebracht. Jedoch wurden beide Anträge mit den Stimmen von CDU und Bürgermeister Dreier abgelehnt.

„Was muss eigentlich noch passieren, bis sich auch Paderborn an der zusätzlichen Aufnahme von Geflüchteten beteiligt?“ fragt der grüne Bürgermeisterkandidat Klaus Schröder. „Reden und sich empören reicht bei weitem nicht aus. Es gäbe auch hier Möglichkeiten zu handeln, nämlich indem Paderborn sich, wie zahlreiche andere Kommunen, zum sicheren Hafen erklärt und so die Bundesregierung unter Druck setzt“, fordert Schröder. „Wir haben die freien Kapazitäten. Es wird Zeit, dass sich die Mehrheitsverhältnisse in unserer Stadt endlich ändern und wir das Stück Verantwortung, was wir in Paderborn als Kommune gegenüber den Menschen in den Flüchtlingslagern am Rande Europas übernehmen können, auch tatsächlich tragen.“

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