Distanzunterricht verbessern: jetzt die Lernstatt funktionsfähig machen!

Die Grüne Ratsfraktion in Paderborn hat sich bei Bürgermeister Dreier dafür stark gemacht, dass die Funktionsfähigkeit der Lernstatt eiligst verbessert wird. Nach einem ersten Austausch grüner Fraktionsmitglieder mit dem kommunalen Rechenzentrum GKD, das die Lernstatt im Auftrag der Stadt betreibt, sind nicht nur Hackerangriffe für die Probleme bei der Nutzung der Lernstatt verantwortlich. Vielmehr müsse das Angebot der Lernstatt deutlich stärker auf Distanzunterricht und die daraus folgenden technischen und didaktischen Anforderungen ausgerichtet werden. „Das muss jetzt endlich passieren, insbesondere da die Schulen weitere Wochen im Distanzunterricht sein werden“, fordert Ratsherr Florian Rittmeier.

Um jetzt den Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern zu halten und einen möglichst guten Unterricht anbieten zu können, nutzen etliche Schulen kommerzielle Anbieter wie Microsoft Teams, das als Pilotprojekt der Lernstatt eingeführt worden ist. Die Schulen erhalten dort die benötigte Funktionalität. Dabei befinden sich die Schulen aber in der Zwickmühle hinsichtlich der Bedenken beim Datenschutz. Nach Ansicht der Grünen muss der Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern sowie ein funktionierender Unterricht aktuell oberste Priorität haben. „Aus diesem Grund sollte kurzfristig und übergangsweise den Schulen, die dies möchten, die Software zur Verfügung gestellt werden“, fordert Rittmeier.

Aber der Blick muss sich auch auf das Land richten. „Das Land muss seiner Verantwortung endlich gerecht werden. Händeringend warten die Schulen auf das vom Schulministerium angekündigte Videokonferenztool und einen datenschutzkonformen Messenger. Beides muss das Land endlich zur Verfügung stellen und eine umfassende Funktionalität gewährleisten“, mahnt die grüne Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Sigrid Beer. „Es geht für die Grünen nicht an, dass Schulen gezwungen sind, den Datenschutz in dieser Notsituation hinten an zu stellen und Schulleitungen dafür den Kopf hinhalten müssen. Datenschutz im Bildungsbereich gehört zur öffentlichen Aufgabe Daseinsvorsorge.“

Die Lernstatt war bis März 2020 im wesentlichen auf digitales Arbeiten im Präsenzunterricht in der Schule ausgerichtet – und das mit hohen Datenschutzstandards. Damit war die Lernstatt Paderborn lange führend in NRW. Das Distanzlernen in der Pandemie hat die Anforderungen an das Angebot der Lernstatt rasant verändert und wachsen lassen. Trotz einiger Nachbesserungen sind die grundlegenden strukturellen Fragen nicht gelöst. „Kurzfristig und akut geht es darum, dass die Angebote der Lernstatt verlässlich funktionieren und ggf. den Schulen Alternativen zu Verfügung gestellt werden. Perspektivisch muss mit den Schulen über die zukünftigen Anforderungen beraten werden. Daran muss sich die Weiterentwicklung der Lernstatt orientieren“, macht Schulausschussvorsitzende Petra Tebbe deutlich. Die Notwendigkeit einer langfristig ausgelegten Digitalisierungsstrategie liegt auf der Hand. Es geht nicht um eine temporäre Aufgabe.

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