Linien-Kürzungen sind völlig falsches Signal – Mobilitäts-AG kritisiert nph-Beschluss

Mit Unverständnis reagieren grüne Mobilitätsexperten auf die beabsichtigten und schon eingetretenen Fahrplankürzungen im öffentlichen Nahverkehr. „Dies ist ein völlig falsches Signal: Anstatt den ÖPNV auszubauen und damit eine Alternative zum PKW anzubieten, werden wichtige Verbindungen zum Oberzentrum Paderborn gekappt, und die Menschen im Kreis Paderborn vom Bus regelrecht zum Auto getrieben“, kritisiert Markus Rieger von der grünen Mobilitäts-AG.

Im Gegensatz zum PaderSprinter, der sein Fahrplanangebot auch in Corona-Zeiten unverändert aufrecht erhält, werden im Regionalverkehr umsteigefreie Verbindungen nach Paderborn-Zentrum sowie zur Uni abgeschafft oder nur noch für Schülerinnen und Schüler angeboten. In der Folge werden die Busse, die weiterhin nach Paderborn fahren intensiver genutzt werden. Die grüne Fraktion in der Verbandsversammlung des nph hatte die Fahrplankürzungen nicht zugestimmt, die meisten anderen Fraktionen unterstützten jedoch die kurzsichtige Politik der Streichungen. 

Weniger Verbindungen und geringere Kapazitäten in den Regionalbussen, das bedeute in der Pandemie Negativwerbung. Die Grünen sehen die Gefahr, dass diese Verkehre nach der Corona-Pandemie und der Wiederaufnahme des Präsenzunterricht an der Universität nicht wieder aufgenommen werden. „Ob die Fahrgäste später wieder zurückkommen, ist sehr fraglich. Wir hätten uns gewünscht, dass nicht alle Direktfahrten gestrichen worden wären, sondern ein Grundangebot geblieben wäre“, erklärt Markus Rieger. 

Diese Kürzungspolitik ignoriere die Ziele des integrierten Mobilitätskonzeptes der Stadt Paderborn. Die geforderte gesicherte Erreichbarkeit der Innenstadt aus der Region und die angestrebte Erhöhung des Verkehrsanteils für den ÖPNV werden so verhindert. Deshalb begrüßen Verkehrsexperten der Grünen begrüßen ausdrücklich, dass sich auch die Paderborner Ratsfraktionen von CDU, SPD und FDP im letzten Mobilitätsausschuss deutlich gegen den Kahlschlag im Busverkehr ausgesprochen haben.

Von den Vertretern des nph fordern sie verbindliche Zusagen für die Wiederaufnahme zumindest von Teilen der Linien für die Zeit nach der Pandemie und ein klares Bekenntnis zur dringend notwendigen Verkehrswende. Die politischen Vertreter der Stadt Paderborn sollten von ihrem Einfluss auf die Verkehrsplanung Gebrauch machen, um die regionale Anbindung wichtiger innerstädtischer Ziele weiter aufrechtzuerhalten.

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