Ein rostig-weißer Kettenpfosten vor einem Gewässer.

Grüne machen Gefährdung durch Poller zum Thema im Stadtrat

Nachdem Blinden- und Sehbehindertenvereine im Rahmen einer bundesweiten Aktion auch in Paderborn auf die Gefahren durch kontrastarme Sperrpfosten hingewiesen haben, greift die grüne Ratsfraktion das Thema nun mit einer Anfrage im Ausschuss für Soziales, Senioren und Inklusion auf. „In einem Gespräch mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein Paderborn haben wir erfahren, dass viele Poller in Paderborn nicht den notwendigen Kontrast haben, um von Sehbehinderten und älteren Menschen ausreichend wahrgenommen werden zu können“, berichtet der grüne Ratsherr Güven Erkurt. „Viele sind komplett in unauffälligem Grau oder Schwarz gehalten und können so zu einer Gefahr werden.“ Das führe immer wieder zu Zusammenstößen und Verletzungen.

In der jüngsten vom „Gemeinsamen Fachausschuss für Umwelt und Verkehr“ (GFUV) verabschiedeten Stellungnahme zur Gestaltung und Anordnung von barrierefreien Pollern habe der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) im Mai dazu eine klare Empfehlung ausgesprochen: „Die Farbe von Sperrpfosten oder deren Sicherheitskennzeichnung muss einen ausreichend hohen Leuchtdichtekontrast und Reflexionsgrad haben, damit sehbehinderte Menschen sie wahrnehmen können“, erklärt Erkurt. „Außer­dem empfiehlt der Fachausschuss, die taktile Kennzeichnung von Pfosten und Pollern, um sie auch für Blinde klar erkennbar zu machen.“ Den Einsatz von durch Ketten verbundenen Pfosten in Fußgänger­bereichen lehne der GFUV grundsätzlich ab, weil sie Blinde und Sehbehinderte ganz besonders gefährden.

Mit ihrer Anfrage wollen die Grünen nun erfahren, wie die Stadt die gültigen DIN-Normen für barrierefreie Sperrpfosten einhält und warum derzeit die meisten Sperrpfosten in Paderborn noch nicht für Sehbehinderte gekennzeichnet sind. Außerdem soll geklärt werden, wo und wie viele Kettenpfosten im Stadtgebiet aktuell eingesetzt werden. Diese Ketten sind mit einem Blindenstock nicht zu ertasten und daher besonders gefährlich. „Sehr interessant ist für uns außerdem die Frage, ob bei den Planungen von Baumaßnahmen Fachleute für Inklusion mit einbezogen werden“, so Erkurt.

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