Stadtansicht aus der Vogelperspektive mit teilweise verschneiten Dächern.

Antrag auf Thermografie-Befliegung: Klimaschutz aus der Luft

Energie- und Kosteneinsparung, Klimaschutz, aber auch Wohnkomfort und Werterhalt – energetische Sanierungen lohnen sich aus vielen Gründen. Deshalb möchten die Grünen Hauseigentümern einen wertvollen Eindruck vom energetischen Zustand ihres Gebäudes geben. Sie haben im Ausschuss für Umwelt, Klima und Mobilität eine katasterbezogene Thermografie-Befliegung des Paderborner Stadt­gebietes beantragt.

„Aus der Bürgerbeteiligung beim Klima-Aktionsplan kam die Anregung, eine Wärmebildanalyse von Hausfassaden anzubieten“, berichtet der grüne Ratsherr Florian Rittmeier. „Das ist aber sehr aufwändig.“ Eine flächendeckende Thermografie-Befliegung dagegen biete die Möglichkeit, in ein bis zwei Nächten alle Gebäude im Stadtgebiet aufzunehmen und den thermischen Zustand der einzelnen Dächer zu erfassen. „Über das Dach geht häufig viel Energie verloren“, betont Rittmeier. Dämmung sei hier also besonders wichtig. Dennoch wüssten viele Immobilieneigentümer nicht, in welchem thermischen Zustand sich ihr Dach tatsächlich befinde. „Nach der Befliegung sollten die Eigentümer von Häusern mit schlecht gedämmtem Dach dann persönlich angeschrieben und über Möglichkeiten und Förderungen einer energetischen Sanierung informiert werden.“ Ein vergleichbares Projekt werde derzeit von der Stadt Münster durchgeführt.

„In der aktuellen Situation zeigt sich auf bittere Art und Weise, dass eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs nicht nur notwendig ist, um die Klimakatastrophe aufzuhalten. Energieeinsparungen machen unser Land unabhängiger von Importen und senken Kosten für jeden“, sagt die grüne Ratsfrau Birgit Hüppmeier. Der Antrag der Grünen sieht vor, dass die Verwaltung eine Thermografiebefliegung für Paderborn plant und spätestens Anfang 2023 durchführt. „So eine Aktion macht natürlich nur in den Wintermonaten Sinn, wenn richtig geheizt wird“, erklärt Hüppmeier.

Außerdem soll die Verwaltung prüfen, welche Dienstleister für Befliegung, Auswertung und Ansprache der Gebäude-Eigentümer infrage kommen und inwieweit kommunale Partner einbezogen werden können. „Um den CO2-Ausstoß deutlich zu senken und uns energetisch unabhängig zu machen, reicht der Ausbau der erneuerbaren Energien allein nicht aus“, stellt Rittmeier klar. „Wir müssen auch in erheblichem Maß Energie einsparen.“ Deshalb sei eine gute Dämmung bei möglichst vielen Gebäuden in Paderborn entscheidend für das Erreichen der städtischen Klimaziele.

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