Aufsicht auf ein Gewerbegebiet bei untergehender Sonne.

Paderborner Gewerbegebiete sollen nachhaltig und klimaneutral werden

Die Koalition aus Grünen und CDU im Paderborner Stadtrat schafft eine Stelle für Gewerbegebietsmanagement, um die nachhaltige und klimaneutrale Gestaltung bestehender Gewerbegebiete anzustoßen und zu begleiten. Der entsprechende Antrag wird im Haupt- und Finanzausschuss am 6.12.2022 eingebracht. Die Stelle soll zum Sommer besetzt werden und bereits 2023 mit einem ersten Projekt in einem konkreten Gewerbegebiet beginnen. Später sollen geeignete Maßnahmen auf weitere Gewerbegebiete ausgerollt werden.

Industrie und Gewerbe haben einen erheblichen Anteil an den klimaschädlichen Emissionen Paderborns. 2019 waren laut Klimaaktionsplan (KAP) der Stadt Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen für zusammen etwa 44 % der klimaschädlichen Emissionen Paderborns verantwortlich. Um das Ziel einer klimaneutralen Stadt bis 2040 erreichen zu können, werde mit diesem Antrag ein Schwerpunkt auf diesen Bereich gelegt.

Der kürzlich beschlossene Klimaaktionsplan der Stadt umfasst als eines der Starterprojekte, mit denen unmittelbar begonnen werden soll, das Projekt ‚Nachhaltige Gewerbegebiete‘. „Die Umgestaltung von Gewerbegebieten ist eine komplexe Aufgabe mit vielen Beteiligten, die entsprechende Kapazitäten und Mittel erfordert. Um dabei erfolgreich zu sein, braucht Paderborn zeitnah ein Gewerbegebietsmanagement“, erklärt die grüne Ratsfrau Catharina Scherhans. Essenziell sei dabei die enge Abstimmung mit Gewerbetreibenden, Eigentümern und weiteren Nutzern der Gewerbegebiete. „Viele Gewerbetreibende machen sich Gedanken zu dem Thema. Unser Ziel ist es, diese Potenziale zu bündeln, sie zu unterstützen und Fördermöglichkeiten aufzuzeigen.“

„Viele Unternehmen haben wenig zusätzliche Kapazitäten neben dem Tagesgeschäft“, so Scherhans. Das Gewerbegebietsmanagement eröffne diesen Unternehmen Möglichkeiten, die sie allein nicht hätten, entlaste sie von fachfremden Aufgaben und schaffe so Synergien. „Generell entstehen neue Möglichkeiten, wenn verschiedene Unternehmen in einem Gebiet gemeinsam Maßnahmen in Angriff nehmen. Davon profitierten Unternehmen wie Mitarbeitende, und damit Stadt und Gesellschaft.“

„Das Gewerbegebietsmanagement soll von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn getragen werden“, sagt CDU-Ratsherr Christian Hartmann. Diese sei mit Paderborner Unternehmen gut vernetzt und bereits in lokalen Nachhaltigkeitsnetzwerken aktiv. Eine enge Zusammenarbeit solle zudem mit dem Umweltamt stattfinden, damit Klimaschutz und Klimafolgeanpassung mitgedacht werde. Die Stelle sei auf drei Jahre befristet. „In der Zeit können wir die für die nachhaltige Transformation erforderlichen Arbeiten sichern und zudem regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze, auch im Handwerk, schaffen“, hofft Handwerksmeister Hartmann, der darauf setzt, dass dadurch auch die Attraktivität Paderborns als Standort für zukunfts- und nachhaltigkeitsorientierte Unternehmen und für hochqualifizierte Fachkräfte gesteigert wird.

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