Europa sucht das gefährlichste Finanzprodukt – Sven Giegolds etwas anderer Wettbewerb

Das neue Jahr beginnt der grüne Europa-Abgeordnete Sven Giegold mit einer spannenden Aktion.  „Europa sucht das gefährlichste Finanzprodukt! – Europa sucht das gefährlichste Finanzprodukt! Dazu brauche ich Ihre und Eure Hilfe“, schreibt der Grüne aus NRW.  „Von uns 2010 geschaffenes EU-Recht gibt den EU-Finanzaufsichtsbehörden die Möglichkeit, Finanzprodukte vom Markt zu nehmen. Das Instrument aus den Verordnungen wurde bislang nicht genutzt, obwohl bekannt ist, dass zahlreiche Finanzprodukte gefährlich sind.

Immerhin wurden im letzten Jahr auf Initiative des Europaparlaments unter Grüner Berichterstattung die Marktpraxis ungedeckter Leerverkäufe über ein eigenes Europäisches Gesetz verboten. Einzelne schädliche Finanzprodukte blieben jedoch bis heute unangetastet. Manche sind unnötig komplex oder intransparent.

Das gefährdet den Verbraucherschutz, etwa weil Risiken verschleiert bzw. nicht marktgerecht bezahlt werden oder weil Wucherkosten mit den Produkten verbunden sind. Oder sie schaden Dritten, etwa den Armen weltweit und insbesondere in Entwicklungsländern bei der Spekulation auf Nahrungsmittel und Land. Sie gefährden die Stabilität des Finanzsystems, etwa weil sie Risiken selbst für Finanzprofis schwer erkennbar machen oder weil sie die Volatilität von Preisen (auch für Währungen, Kredite etc.) fördern.

Andere gefährliche Finanzprodukte haben nachteilige Effekte auf die Umwelt, zum Beispiel weil sie in nicht nachhaltige Produkte investieren. Oder sie haben negative Auswirkungen auf die Entwicklungspolitik, etwa weil Investitionen durch Steueroasen geschleust werden und Entwicklungsländern wie EU-Ländern damit für ihre Entwicklung dringend benötigte Steuereinnahmen unterschlagen werden.

Undurchsichtige und gefährliche Finanzprodukte öffentlich machen und verbieten

Wir wollen daher undurchsichtige, gefährliche Finanzprodukte, die in Europa gehandelt werden, im Rahmen eines Wettbewerbs ermitteln und dafür Öffentlichkeit schaffen. Anschließend will ich auf ein Verbot des gefährlichsten Finanzproduktes durch die europäischen Finanzaufsichtsbehörden hinwirken.

Dafür fordern wir BürgerInnen, Organisationen, Unternehmen, Geschädigten-Initiativen, VerbraucherschützerInnen, FinanzmarktexpertInnen, etc. auf, begründete Nominierungsvorschläge für gefährliche Finanzprodukte über die Webseite einzureichen http://www.gefaehrlichstes-finanzprodukt.eu.

Nach dem Einsendeschluss am 15. Februar 2013 werden alle Vorschläge von einer Expertenjury bewertet und die drei gefährlichsten für die Endabstimmung nominiert. Danach folgt im Internet eine Abstimmung, um anschließend das schädlichste Finanzprodukte zu krönen.

Nachdem Vorschläge eingereicht wurden, bietet dieses Portal TeilnehmerInnen, ExpertInnen und Interessierten die Möglichkeit die Schadhaftigkeit der Produkte zu diskutieren. Hier geht es zum Wettbewerb

Ich freue mich über Eure zahlreiche Teilnahme am Wettbewerb und konstruktive Diskusionsbeiträge. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass ab 2013 die Armen in den Entwicklungsländern, wir Verbraucher und unsere Umwelt nicht mehr unter unverantwortlichen Finanzmarktakteuren zu leiden haben.“

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